Covid-19 News: Kontaktsperre, Maskenpflicht, Events: Bundesländer lockern Regeln

Die Covid-19-Pandemie hält die Welt weiter in Atem. Mehr als 9 Millionen Menschen haben sich bislang weltweit mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, 190.862 davon in Deutschland - wo es immer wieder zu lokalen Ausbrüchen kommt.

44 Corona-Infizierte in Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain

Corona-Ausbruch in Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain16.41 Uhr: Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund „einiger“ Coronafälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag auf Anfrage mit. Die betroffenen Haushalte wurden demnach unter Quarantäne gestellt. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt.

Unter den Infizierten seien auch Kinder, hieß es. Schulen, Kitas sowie Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Schul- und Kitaaufsicht seien umgehend informiert worden. „An den betroffenen Schulen und Kitas werden nun ebenfalls Testungen angeboten“, erklärte die Sprecherin weiter. Die Menschen in Quarantäne würden vom Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. Zuvor hatte unter anderem der „Tagesspiegel“ über den Fall berichtet.

Zu möglichen Hintergründen der Häufung von Fällen in dem Haus machte der Bezirk zunächst keine weiteren Angaben. Ob vielleicht ein Zusammenhang zu dem aktuellen Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln mit inzwischen knapp 100 bestätigten Fällen besteht, war zunächst nicht bekannt. Dort stehen rund 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne; Querverbindungen auch in andere Bezirke wurden vermutet.

TOP-NEWS: Corona-Ausbruch in Wiesenhof-Schlachtbetrieb

Wiesenhof

16.17 Uhr: Mehrere Mitarbeiter eines Schlachthofs der PHW-Gruppe ("Wiesenhof") in Wildeshausen (Kreis Oldenburg) sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Eine am Montag erfolgte Reihentestung sei bei 23 von 50 Mitarbeitern positiv verlaufen, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der PHW-Gruppe zufolge sollen alle mehr als 1100 Mitarbeiter des Schlachthofes auf eine Corona-Infektion getestet werden. PHW hält eine Mehrheitsbeteiligung an dem Schlachthof Geestland Putenspezialitäten.

Zwölf der infizierten Mitarbeiter wohnen im Landkreis Oldenburg. Zusammen mit dem Unternehmen sollen nun Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Ursachen aufzuarbeiten, sagte Landrat Carsten Harings (parteilos).

Schon Anfang Juni waren mehr als 1100 Mitarbeiter getestet worden, dabei wurde ein Infektionsfall entdeckt. Von den aktuell 23 Infizierten waren dem Landkreis zufolge zuvor 22 negativ getestet worden. Ein neuer Mitarbeiter sei bei den Tests Anfang Juni noch nicht dabei gewesen. Zur Unterstützung bei der weiteren Kontaktermittlung forderte die Kreisverwaltung beim Niedersächsischen Landesgesundheitsamt zusätzliche Containment-Scouts an.

Am Sonntag erhielt die Kreisverwaltung Hinweise auf die Infektionen, als eine Mitarbeiterin mit Symptomen positiv auf Corona getestet wurde. Eine weitere Person aus Wildeshausen wurde auch positiv getestet. Diese arbeitet nicht in dem Schlachthof, die beiden kennen sich aber und haben Kontakt. Das Gesundheitsamt verfügte für Kontaktpersonen ersten Grades und für Arbeitskollegen sofortige Quarantäne.

Sachsen-Anhalt will Kontaktbeschränkungen lockern

13.25 Uhr: In Sachsen-Anhalt sollen die coronabedingten Kontaktsperren weiter gelockert werden. Ab Anfang Juli solle nur noch die Empfehlung gelten, sich mit nicht mehr als zehn Menschen zu treffen und möglichst wenige wechselnde Kontakte zu haben, sagte Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag in Magdeburg. Auf Bußgelder solle verzichtet werden.

Berlin schafft Kontaktbeschränkungen ab

12.38 Uhr: In Berlin fallen die Kontaktbeschränkungen weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt wegen der Corona-Pandemie maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen.

Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Berliner Bussen und Bahnen wird künftig ein Bußgeld fällig. Eine Pflicht, Mund-Nasen-Schutz zu tragen, gilt seit Ende April.

Zudem dürfen wieder mehr Menschen gleichzeitig in Geschäfte. Der bisher gültige Richtwert von maximal einer Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche wird auf 10 Quadratmeter gesenkt.

Sachsen-Anhalt will ab Juli Veranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen erlauben

12.30 Uhr: In Sachsen-Anhalt sollen von Anfang Juli an wieder Veranstaltungen mit bis zu 1000 Menschen unter freiem Himmel möglich sein. Das gab die Staatskanzlei am Dienstag in Magdeburg bekannt. Die siebte Eindämmungsverordnung gegen die Ausbreitung des Coronavirus soll am 30. Juni beschlossen werden und bis zum 16. September gelten. Zudem sollen auch Sportwettkämpfe wieder angesetzt werden können. "Wir geben den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Eigenverantwortlichkeit zurück", teilte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit.

Anhaltisches Theater Dessau

In geschlossenen Räumen soll eine maximale Teilnehmerzahl auf 250 Menschen begrenzt werden. Vom 1. September sei die Zahl auf 500 Menschen beschränkt. Die Regelungen gelten den Angaben zufolge für "fachkundig organisierte Veranstaltungen". Im privaten Raum soll mit 50 statt bisher 20 Menschen gefeiert werden können.

RKI informierte über neueste Entwicklungen in der Corona-Krise - das Wichtigste in Kürze

11.08 Uhr: Am Vormittag hat das Robert-Koch-Institut über die neuesten Entwicklungen in der Corona-Krise informiert. Die wichtigsten Aussagen von RKI-Chef Lothar Wieler und RKI-Mitarbeiterin Ute Rexroth in Kürze:

  • "Wir sehen, dass seit letztem Dienstag diese Zahlen wieder ansteigen", so RKI-Chef Wieler und verbindet die Entwicklungen mit "einzelnen Infektionsgeschehen"
  • Insgesamt sind in Deutschland 190.660 Infektionsfälle übermitteln worden - davon sind 8850 Personen verstorben. Das ergibt eine Sterberate von 4,7 Prozent
  • RKI-Chef Wieler meint, dass die Temperatur und vermehrte Bildung von Aerosolen in Schlachthöfen zu den vermehrten Infektionsfällen geführt haben könnten
  • Im Iran sieht Wieler derzeit eine zweite Infektionswelle

Corona-Soforthilfe-Betrug: Razzien in Berlin, auch Moschee betroffen

09.30 Uhr: Wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen sind in Berlin erneut mehrere Objekte, darunter eine Moschee, durchsucht worden. Der Verdacht richte sich gegen zwei Männer aus der islamistischen Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Dienstagmorgen per Twitter mit. Nach ersten Angaben der Polizei wurden seit 7.00 Uhr drei Objekte durchsucht. Dazu gehörte auch die Moschee in Berlin-Tempelhof. Rund 250 Polizisten seien an dem Einsatz beteiligt, hieß es.

Die Polizei sperrte die Straße, an der die Moschee liegt, am Morgen ab. Das Gebäude liegt in einem Hinterhof im hinteren Teil eines Gewerbegebiets. Auch Spürhunde waren im Einsatz. In den vergangenen Wochen war es bereits mehrfach zu Durchsuchungen in der salafistischen Szene wegen des Verdachts des Subventionsbetrugs bei Corona-Soforthilfen gekommen. Bereits im Mai hatten Polizisten Wohnungen und Autos von fünf Mitgliedern der salafistischen Szene in Berlin durchsucht. Die Männer stehen im Verdacht, Corona-Soforthilfen für Kleinbetriebe bei der Investitionsbank Berlin (IBB) beantragt und teilweise auch erhalten zu haben, obwohl sie keinen Anspruch darauf hatten, hatte damals die Polizei berichtet.

Die Verdächtigen seien teilweise dem inneren Kreis der mittlerweile verbotenen Fussilet Moschee zuzurechnen. Vor rund zwei Wochen hatten Polizei und Staatsanwaltschaft zudem einen weiteren Verdachtsfall ans Licht gebracht. Ein Mann soll mit Komplizen in nur einem Monat 145 000 Euro Soforthilfen erschlichen haben - und kam in Untersuchungshaft, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte.

Kommen in Berlin Bußgelder? Jeder Dritte trägt in Bus und Bahn keine Maske

09.01 Uhr: In Berlin berät der Senat an diesem Dienstag neben weiteren Corona-Lockerungen auch über die Einführung von Bußgeldern bei Verstößen gegen die Maskenpflicht im Einzelhandel und dem öffentlichen Personennahverkehr. 30 Prozent der Fahrgäste würden laut Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) keine Maske tragen. SPD und Grüne sind für Bußgelder, Die Linke hingegen für eine andere Lösung.

"Unser Vorschlag ist es, das über die allgemeinen Beförderungsbedingungen zu regeln", sagte der rechtspolitische Sprecher der Linksfraktion in Berlin, Sebastian Schlüsselburg, am Dienstag im Interview mit dem Inforadio des "RBB". Dies wäre seiner Meinung nach nicht nur einfacher umzusetzen, sondern auch gerechter. "Wir würden damit am Verhalten der Leute ansetzen und nicht in den Geldbeutel der Leute greifen", sagte er weiter. Kontrolleure sollten bei der Fahrscheinkontrolle die Maskenpflicht mitkontrollieren. Bußgelder hingegen seien nicht effektiv genug, um die Tragequote von Masken im ÖPNV zu verbessern.

Von Frankfurt nach Shanghai: Lufthansa fliegt wieder nach China

08.38 Uhr: Nach der Zwangspause wegen des Coronavirus-Ausbruchs nimmt der Lufthansa-Konzern wieder Linienflüge auf das chinesische Festland auf. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, soll es ab Mittwoch (24. Juni) jeweils einmal pro Woche eine Verbindung von Frankfurt nach Shanghai geben. Ein weiterer Flug ist jeden Freitag von Shanghai nach Frankfurt angesetzt. Laut Lufthansa sind es die ersten regulären Flüge der Gruppe nach Festlandchina seit Ende Januar. 

Lufthansa

"Die Flüge zwischen Shanghai und Frankfurt sind hoffentlich nur die ersten von weiteren Lufthansa Group Verbindungen in den kommenden Wochen und Monaten zwischen Festlandchina und unseren Heimatmärkten Deutschland, Österreich und Schweiz", sagte Veli Polat, China-Vertriebschef der Lufthansa, laut Mitteilung. Für Ausländer ist es weiterhin schwierig nach China einzureisen. Infolge des Coronavirus-Ausbruchs hatte die Volksrepublik Visa und Aufenthaltsgenehmigungen ausgesetzt. Einreisen sind derzeit nur mit Sondergenehmigungen möglich.  

Kunden sollten laut Lufthansa bei der Planung ihrer Reise die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften der jeweiligen Destinationen beachten. Während der gesamten Reise könne es aufgrund der verschärften Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu Einschränkungen kommen, beispielsweise durch längere Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen. Seit dem 8. Juni sind alle Fluggäste der Lufthansa verpflichtet, während der gesamten Reise eine Mund-Nasen-Bedeckung an Bord zu tragen. 

503 registrierte Neuinfektionen in Deutschland - R-Wert bei 2,76

05.57 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 503 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 190 862 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 23.06., 0 Uhr).

8895 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 10 im Vergleich zum Vortag. Etwa 175 700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 22.6., 0.00 Uhr, bei 2,76 (Vortag: 2,88). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 22.6., 0.00 Uhr, auf 1,83 (Vortag: 2,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

TOP-NEWS: Eines mit Symptomen: Neugeborene Drillingsbabys in Mexiko mit Corona infiziert

Dienstag, 23. Juni, 03.44 Uhr: In Mexiko sind Drillinge nach offiziellen Angaben vermutlich mit Coronavirus-Infektionen zur Welt gekommen. Sie waren wenige Stunden nach ihrer Geburt am Mittwoch getestet worden, weil es sich um Frühgeburten handelte, wie die Gesundheitsministerin des Bundesstaates San Luis Potosí, Mónica Rangel, am Montag (Ortszeit) mitteilte. Bei allen drei Babys - zwei Jungen und ein Mädchen - fiel das Ergebnis den Angaben nach positiv aus. Eines von ihnen habe Symptome der Lungenkrankheit Covid-19. Die Eltern hätten keine Symptome, seien aber isoliert und getestet worden - die Ergebnisse stünden noch aus.

Es sei unmöglich, dass sich die Kinder nach ihrer Geburt angesteckt hätten, sagte Rangel. Man werde untersuchen, ob sich das Virus über die Plazenta übertrage. Es hatte zuvor vereinzelt Berichte aus anderen Ländern über Neugeborene gegeben, die mit dem Erreger Sars-CoV-2 auf die Welt gekommen waren.

In Mexiko wurden inzwischen mehr als 185.000 Infektionen mit dem Coronavirus und 22.584 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung offiziell registriert. Das nordamerikanische Land gehört derzeit zu den Brennpunkten der globalen Pandemie.

Bundesländer melden nur drei neue Todesfälle

Gastronomie

20.30 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in der Corona-Pandemie ist nur geringfügig gestiegen – um drei Fälle auf jetzt 8862 Todesopfer. Das Bundesland Baden-Württemberg hat allerdings seit Samstag keine aktuellen Zahlen mehr veröffentlicht. Und: Am Montag haben meistens noch nicht alle Todesfälle vom Wochenende Eingang in die Statistiken gefunden.

Die Reproduktionszahl, also der Wert, der anzeigt, wie viele weitere Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter ansteckt, ist inmitten des Corona-Gaus im Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück und weiteren Hotspots in Göttingen, Berlin-Neukölln und Madgeburg weiter hoch. Der R-Wert kletterte in den vergangenen Tagen rasant von 0,86 über 1,06 und 1,79 auf 2,78 am Wochenende und jetzt auf 2,76.

Der vom Robert-Koch-Institut ermittelte R-Wert schwankt in Zeiten von niedrigeren Neuinfektionen sehr, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche. Deswegen ist dieser Zahl etwas weniger Aufmerksamkeit als noch in der Hochphase der Pandemie beizumessen.

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 190.347, 8.862 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 35.282 (1.824 Todesfälle) *
  • Bayern: 47.859 (2.564 Todesfälle)
  • Berlin: 7.832 (211 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3.402 (170 Todesfälle)
  • Bremen: 1.651 (49 Todesfälle)
  • Hamburg: 5.169 (229 Todesfälle)
  • Hessen: 10.578 (501 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 792 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 13.264 (620 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 41.215 (1.663 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6.911 (234 Todesfälle)
  • Saarland: 2.760 (170 Todesfälle)
  • Sachsen: 5.423 (220 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1.852 (57 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3.136 (152 Todesfälle)
  • Thüringen: 3.221 (178 Todesfälle)

* Keine Meldungen am Sonntag und am Montag

Gesamt (Stand: 22.06.20, 20.20 Uhr): 190.347 (8.862 Todesfälle)

Vortag (Stand 21.06.20, 21.57 Uhr): 189.947 (8.859 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 175.300.

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 2,76 (Stand 22.06.20)

Surftipp: Coronavirus - Reproduktionszahl und geglätteter R-Wert erklärt

 

TOP-NEWS: Berlins Bürgermeister schimpft gegen illegale Partys

Konferenz der ostdeutschen Bundesländer mit Bundeskanzlerin

20.16 Uhr: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), hat die Bürger der Hauptstadt in einer Fernsehansprache zu Verantwortungsbewusstsein aufgerufen. „Es ist nach wie vor nicht die Zeit für sorgloses Feiern in großen Gruppen“, sagte Müller, nachdem eine illegale Party mit mehreren hundert Menschen im Volkspark Hasenheide im Stadtteil Neukölln aufgeflogen war.

„Lassen Sie uns das gemeinsam Erreichte nicht verspielen“, sagte Müller. „Jetzt ist Eigenverantwortung gefragt, nicht Leichtsinn.“

WHO will Produktion von Dexamethason als Covid-19-Medikament beschleunigen

18.47 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Steigerung der Produktion des Wirkstoffs Dexamethason gefordert, der laut einer britischen Studie die Sterblichkeit von schwerkranken Covid-19-Patienten senken könnte. Die Herausforderung sei nun, die Produktion zu erhöhen und das Medikament "schnell und gerecht" weltweit dort zu verteilen, wo es "am meisten gebraucht" werde, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag. 

Wissenschaftler unter Leitung eines Teams der Universität Oxford hatten für die Studie das weithin verfügbare entzündungshemmende Steroid-Medikament zehn Tage lang mehr als 2000 mit dem Coronavirus infizierten Patienten verabreicht. Demnach reduzierte Dexamethason die Sterblichkeit der von Beatmungsgeräten abhängigen Patienten um 35 Prozent. Bei Kranken, die lediglich Sauerstoff verabreicht bekamen, wurde die Sterblichkeit um ein Fünftel gesenkt. Bei Patienten mit milderem Krankheitsverlauf zeigte Dexamethason hingegen keinerlei Wirkung.

Detaillierte Überprüfungen des klinischen Versuchs wurden bislang allerdings noch nicht veröffentlicht. Obwohl die Daten vorläufig sind, seien die Erkenntnisse der von der britischen Regierung mitfinanzierten Studie allerdings "ein Grund zu Feiern", sagte Tedros. Die Nachfrage nach Dexamethason sei bereits gestiegen. Glücklicherweise handle es sich um ein günstiges Medikament, das weltweit an vielen Orten hergestellt werde. Er sei daher zuversichtlich, das sich die Produktion beschleunigen lasse.

Das Bundesgesundheitsministerium sah trotz der aus Forschersicht positiven Studienergebnisse in der vergangenen Woche noch keinen Grund, sich mit dem Medikament zu bevorraten. Zunächst solle die Studie geprüft werden, sagte ein Ministeriumssprecher. Er verwies zum darauf, dass die Studie derzeit "noch nicht einmal veröffentlicht" sei.

TOP-NEWS: Kitaverbot in Bayern laut Urteil nicht mehr verhältnismäßig

Neues KiTa-Jahr startet

16.48 Uhr: Das in Bayern noch bis Ende des Monats geltende Kitaverbot ist einem Urteil zufolge nicht mehr verhältnismäßig. Nach der am Montag vom Verwaltungsgericht Regensburg verkündeten Entscheidung darf ein Elternpaar sein vier Jahre altes Kind damit wieder in den Kindergarten schicken. Die bayerische Staatsregierung unterlag damit bereits zum wiederholten Mal mit Anordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie vor Gericht.

Nach der in Bayern geltenden Allgemeinverfügung können derzeit bereits wieder etwa vier Fünftel der Kitakinder in ihre Betreuung, weil ihre Eltern unter die Vielzahl an dort vorgesehenen Ausnahmeregeln fallen. Die nun mit ihrer Klage erfolgreichen Eltern fallen aber nicht unter die Ausnahmen.

Das Verwaltungsgericht urteilte nun, dass die Corona-Pandemie zwar keineswegs überstanden sei und weiterhin Schutzmaßnahmen nötig seien. Dass die Betreuung aber ausfalle und die Kita nicht mal mehr betreten werden dürfe, finde im bayerischen Infektionsschutzgesetz keine hinreichende gesetzliche Grundlage mehr.

Angesichts der langen Dauer der Schließung und des gegenwärtigen Infektionsgeschehens erschienen die Regelungen voraussichtlich als nicht mehr verhältnismäßig. Die Rechte des Kinds und seiner Eltern seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Momentan seien auch weniger einschneidende Maßnahmen wie die Verhaltens- und Hygieneregeln ausreichend, um das Infektionsrisiko einzudämmen.

Die Landesregierung kann noch Beschwerde zum bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen. Zuletzt kassierten Richter bereits die zeitlichen Beschränkungen für die Gastronomie in Bayern, davor waren Klagen gegen das Verkaufsverbot in großen Geschäften ab mehr als 800 Quadratmetern und gegen unterschiedliche Öffnungszeiten von Gaststätten im Innen- und Außenbereich erfolgreich.

WHO: Folgen von Covid-19 könnten noch Jahrzehnte andauern

16.15 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet jahrzehntelange Auswirkungen der Corona-Krise. Die Pandemie beschleunige sich weiter, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Online-Konferenz. Die größte Gefahr sei dabei nicht das Virus selbst, "sondern der Mangel an globaler Solidarität und globaler Führung". Eine unsolidarische Welt könne die Pandemie nicht besiegen: "Niemand von uns ist in Sicherheit, solange nicht alle in Sicherheit sind."

Die Corona-Pandemie sei nicht nur eine Gesundheitskrise, sondern auch eine wirtschaftliche und soziale sowie in vielen Ländern auch eine politische Krise. "Ihre Auswirkungen werden noch in kommenden Jahrzehnten zu spüren sein."

Deutlich früher als gedacht: In Südkorea wütet schon die zweite Welle

13.43 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in Südkorea sehen das Land mittlerweile einer zweiten Welle der Coronavirus-Ausbreitung ausgesetzt. Ursprünglich seien sie davon ausgegangen, dass eine zweite Infektionswelle im Herbst oder Winter beginnen könnte, sagte die Direktorin der Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (KCDC), Jeong Eun Kyeong, laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap am Montag bei einer Pressekonferenz. "Unsere Voraussage erwies sich als falsch." Schwerpunkt der zweiten Welle ist demnach zunächst die Hauptstadt und Umgebung. Im Großraum Seoul lebt fast die Hälfte der etwa 51,6 Millionen Einwohner.

Die Einschätzung kommt ungeachtet der Tatsache, dass die Behörden zuvor den geringsten landesweiten Anstieg bestätigter Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 seit fast einem Monat vermeldet hatten. Am Sonntag seien 17 Fälle hinzugekommen. Das war das erste Mal seit dem 26. Mai, dass weniger als 20 Neuinfektionen nachgewiesen wurden.

Südkorea hatte die Einschränkungen für soziale Kontakte und andere Schutzmaßnahmen gegen das Virus Anfang Mai gelockert. Doch hatten die Behörden seitdem Probleme, einzelne Häufungen von Infektionsfällen in der Hauptstadtregion, etwa unter Clubgästen und Kirchgängern, in den Griff zu bekommen. Die erste Welle datierte Jeong bis Ende April. Die zweite Welle breitete sich demnach seit den Urlaubstagen im Mai aus.

Die meisten Neuinfektionen im Juni entfielen auf Seoul und die Umgebung. Der Bürgermeister von Seoul, Park Won Soon, kündigte an, wieder stärkere Beschränkungen für das öffentliche Leben einzuführen, sollten die Zahl neuer Infektionsfälle an drei Tagen in Folge 30 übersteigen und das Gesundheitssystem überlastet sein.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen stieg demnach auf 12.438. Bisher wurden 280 Todesopfer mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Maas: Jetzt wird kein Land in Europa zurückgelassen

11.21 Uhr: Vor einem Besuch bei der italienischen Regierung in Rom hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) europäische Solidarität in der Corona-Krise angemahnt. "Wir müssen einen kraftvollen wirtschaftlichen und sozialen Neustart schaffen", erklärte Maas am Montag vor seinem Abflug in Berlin. Dies sei auch die oberste Priorität der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. "Wir sind fest entschlossen, jetzt kein Land in Europa zurückzulassen", betonte der Außenminister.

Italien sei von der Corona-Pandemie "besonders früh und hart" getroffen worden, erklärte Maas. Mit Italiens Außenminister Luigi di Maio wolle er über die Herausforderungen sprechen, vor denen Europa stehe. Er sei überzeugt, dass die "Wucht dieser Krise" alte Trennlinien in Europa "wegwischen" könne. "Die Krise ist historisch – aber auch die Bereitschaft zu Veränderungen", betonte Maas.

In der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) sagte Maas, die durch die Corona-Krise nötig gewordene wirtschaftliche und soziale Wiederbelebung fordere von allen EU-Mitgliedstaaten "eine Kraftanstrengung, wie sie die Europäische Union noch nie erlebt" habe. "Kein Land wird allein den Aufschwung schaffen, wenn der Nachbar in der Krise stecken bleibt, die Nachfrage wegbricht, Lieferketten abreißen", betonte der Außenminister. 

Bereits mehr als 50.000 Corona-Tote in Brasilien

Montag, 22. Juni 2020, 6.36 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien ist auf über 50.000 gestiegen. Insgesamt seien bisher 50.617 Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte das brasilianische Gesundheitsministerium am Sonntagabend (Ortszeit) auf seiner Website mit. Über eine Million Menschen haben sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Einschätzung von Experten allerdings wesentlich höher sein, da Brasilien nur relativ wenig testet.

Corona-Hotspot Brasilien

Damit liegt das größte Land Lateinamerikas sowohl bei Infektionen als auch bei Toten an zweiter Stelle hinter den USA. Der rechte Präsident Jair Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus zunächst als "leichte Grippe" und wehrt sich noch immer gegen Ausgangsbeschränkungen. Der Staatschef fürchtet die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Zwar haben eine Reihe von Bundesstaaten und Städten auf eigene Faust Schutzmaßnahmen ergriffen, allerdings werden die Einschränkungen an vielen Orten bereits wieder gelockert.     

Neue Mega-Hotspots lassen Reproduktionszahl explodieren - knapp 800 neue Infektionen

22.20 Uhr: Laut Angaben der Gesundheitsämter der 16 Bundesländer verzeichnete Deutschland am Sonntag 773 Corona-Neuinfektionen. Allerdings ist diese Zahl nicht vollständig, da vier Bundesländer an diesem Tag keine neuen Zahlen gemeldet haben. Mittlerweile verzeichnet das Land 189.947 Infektionen insgesamt, als aktiv infiziert gelten knapp 6.200 - Tendenz steigend.

Die Reproduktionszahl, also der Wert, der anzeigt, wie viele weitere Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter ansteckt, ist inmitten des Corona-Gaus im Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück und weiteren Hotspots in Göttingen, Berlin-Neukölln und Madgeburg stark in die Höhe geschossen. Der R-Wert kletterte in den vergangenen Tagen rasant von 0,86 über 1,06 und 1,79 auf jetzt 2,78! Das ist der mit Abstand höchste Wert seit dem Lockdown.

Der vom Robert-Koch-Institut ermittelte R-Wert schwankt in Zeiten von niedrigeren Neuinfektionen sehr, verursacht etwa durch einzelne Ausbrüche. Deswegen ist dieser Zahl etwas weniger Aufmerksamkeit als noch in der Hochphase der Pandemie beizumessen.

Quelle: focus